Wix, Jimdo & Co. für Vereine: Der ehrliche Vergleich mit individuell gebauten Websites
Baukästen wie Wix, Jimdo oder Squarespace versprechen die Vereinswebsite in einem Nachmittag — und manchmal stimmt das sogar. Trotzdem lohnt der zweite Blick: auf Abo-Kosten über Jahre, auf die Frage, wem die Website am Ende gehört, und auf den Datenschutz. Hier der ehrliche Vergleich — inklusive der Fälle, in denen ein Baukasten die richtige Wahl ist.
Von der sozialfolio-Redaktion · Aktualisiert am 05.07.2026
- Baukästen sind kein Fehler: Für junge Initiativen, kurzlebige Projekte oder Vereine mit engagierter Pflege-Person und kleinen Ansprüchen können sie die richtige Wahl sein.
- Die ehrliche Rechnung ist Miete gegen Eigentum: 10–40 €/Monat summieren sich über zehn Jahre auf 1.200–4.800 € — eine individuell gebaute Website kostet einmalig und gehört danach euch.
- Lock-in ist der unterschätzte Preis: Baukasten-Websites lassen sich praktisch nicht exportieren; beim Wechsel wird alles neu gebaut.
- Free-Pläne mit Anbieter-Subdomain und Fremdwerbung sind für seriöse Vereinsauftritte ungeeignet.
- Datenschutz kritisch prüfen: US-Anbieter und standardmäßig geladene Drittdienste bedeuten Kontrollverlust — EU-Hosting mit lokalen Schriften ist die sauberere Basis.
- Wenn Baukasten, dann richtig: Bezahltarif, unabhängig registrierte Domain, Vereins-Account statt Privat-Account, Datenschutz-Einstellungen kontrollieren.
Vorweg: Baukästen sind keine schlechte Idee
Fangen wir untypisch an — mit einem Lob der Konkurrenz. Website-Baukästen haben einen echten Verdienst: Sie haben es möglich gemacht, dass ein Verein ohne Budget und ohne Technikwissen überhaupt online gehen kann. Wer heute mit Wix, Jimdo, Squarespace oder IONOS in ein paar Stunden eine Seite zusammenklickt, hat mehr erreicht als der Verein, der seit drei Jahren über die perfekte Website diskutiert und nichts online hat.
Die Werkzeuge sind zudem besser geworden: Die Vorlagen sehen ordentlich aus, die Bedienung ist zugänglich, Hosting und Updates sind eingebaut. Für einen ersten Auftritt, ein zeitlich begrenztes Projekt oder eine Initiative im Aufbau kann das genau das Richtige sein — dazu später ehrlich mehr.
Warum dann dieser Artikel? Weil die Baukasten-Werbung eine Seite der Rechnung konsequent weglässt: was über die Jahre zusammenkommt, was passiert, wenn ihr wechseln wollt, und was im Kleingedruckten zu Werbung und Datenschutz steht. Genau diese Lücken füllen wir jetzt — damit ihr auf beiden Augen sehend entscheidet.
Die Abo-Rechnung: was ein Baukasten über die Jahre wirklich kostet
Baukästen wirken günstig, weil der Monatspreis klein aussieht. Übliche Tarife mit eigener Domain und ohne Fremdwerbung liegen — je nach Anbieter und Paket — grob bei 10 bis 40 € im Monat. Klingt harmlos. Aber eine Vereinswebsite läuft nicht ein Jahr, sondern zehn: Bei 15 €/Monat sind das 1.800 € über zehn Jahre, bei 25 €/Monat schon 3.000 € — und Preiserhöhungen der Anbieter sind darin noch gar nicht eingerechnet.
Zum Vergleich die andere Rechnung: Eine individuell gebaute Website kostet einmal beim Bau — bei mir 750 € für das komplette Vereins-Paket, fest und einmalig — und danach nur noch das Hosting, das ihr frei wählt, ab etwa 10 €/Monat oder in Eigenregie günstiger. Über zehn Jahre gerechnet sind das 750 € plus rund 1.200 € Hosting, also etwa 1.950 € — damit liegt die individuelle Website oft gleichauf mit dem Baukasten-Abo oder darunter, mit dem Unterschied, dass sie euch gehört.
Wichtig für die Fairness: Beim Baukasten ist die eigene Arbeitszeit fürs Zusammenbauen nicht im Preis, bei der individuellen Website schon. Und wer nur den kostenlosen Baukasten-Tarif nutzt, zahlt gar nichts — dafür aber mit anderen Dingen, dazu gleich. Die ehrliche Aussage ist also nicht „Baukasten ist teurer“, sondern: Baukasten ist Miete, individuell ist Eigentum. Welche Rechnung besser passt, hängt von eurem Zeithorizont ab.
- Übliche Baukasten-Tarife: ca. 10–40 €/Monat für Domain + werbefreie Seite
- Über 10 Jahre: rund 1.200–4.800 € — Preiserhöhungen nicht eingerechnet
- Individuell: 750 € einmalig, danach nur Hosting ab ca. 10 €/Monat
- Faire Ergänzung: Beim Baukasten steckt eure eigene Bauzeit nicht im Preis
- Kernunterschied: Miete (Baukasten) vs. Eigentum (individuelle Website)
Lock-in: eure Website wohnt zur Miete
Der wichtigste Punkt steht in keiner Preistabelle: Eine Baukasten-Website könnt ihr nicht mitnehmen. Design, Seitenstruktur und Funktionen leben im System des Anbieters — einen Export der kompletten Website in ein anderes System gibt es bei den großen Baukästen praktisch nicht. Wer wechseln will, kopiert Texte und Bilder von Hand heraus und baut alles neu. Das ist der sogenannte Lock-in: Je länger ihr bleibt und je mehr ihr aufbaut, desto teurer wird der Ausstieg.
Für Vereine ist das besonders relevant, weil Zuständigkeiten wechseln. Der Account läuft auf die private E-Mail-Adresse von jemandem, der irgendwann austritt; das Abo hängt an einer privaten Kreditkarte; niemand weiß mehr, wo die Domain eigentlich registriert ist. Solche Konstellationen erlebe ich regelmäßig — mehr dazu im Ratgeber zum Modernisieren alter Vereinswebsites.
Dazu kommt die Abhängigkeit von Anbieter-Entscheidungen: Stellt der Baukasten einen Tarif ein, ändert die Preise oder verändert Funktionen, könnt ihr nur mitgehen oder neu bauen. Bei einer individuell gebauten Website auf offener Technik gehört euch alles — Domain, Inhalte, Code. Ihr könnt den Hoster wechseln, den Dienstleister wechseln oder alles in Eigenregie weiterführen. Diese Freiheit merkt man nicht am Tag der Entscheidung, sondern in Jahr fünf.
Werbung, Datenschutz und US-Hosting: das Kleingedruckte
Der kostenlose Tarif hat seinen Preis, er steht nur nicht auf der Rechnung: Bei den Gratis-Angeboten der großen Baukästen läuft eure Website auf einer Subdomain des Anbieters (etwa vereinsname.wixsite.com) und trägt dessen Werbebanner. Für einen Verein, der seriös wirken will — gegenüber Eltern, Förderern, der Kommune —, ist beides ein Problem: Die Adresse ist schwer zu merken, und die Fremdwerbung sendet die Botschaft „hier wurde gespart“.
Beim Datenschutz wird es grundsätzlicher. Mehrere große Baukasten-Anbieter sind US-Unternehmen oder hosten über weltweit verteilte Infrastruktur — die DSGVO-konforme Nutzung ist damit nicht unmöglich, hängt aber an Rechtskonstruktionen wie dem EU-US Data Privacy Framework, die schon zweimal vor Gericht gekippt wurden (Safe Harbor, Privacy Shield). Dazu laden manche Baukasten-Seiten standardmäßig Schriften, Tracking- oder Video-Dienste von Drittservern — genau die Konstellation, die bei Google Fonts schon zu Abmahnwellen geführt hat.
Das heißt nicht, dass jede Baukasten-Website eine Abmahnung kassiert — die Wahrscheinlichkeit ist für einen kleinen Verein überschaubar. Aber es heißt: Ihr müsst dem Anbieter vertrauen und könnt viele Details nicht selbst kontrollieren. Eine individuell gebaute Website kann das sauberer: EU-Hosting, lokal eingebundene Schriften, cookielose Statistik, kein US-Datentransfer — bei mir ist genau das der Standard. Keine Rechtsberatung, aber gelebte Vorsicht.
- Free-Plan: Anbieter-Subdomain + Fremdwerbung — für seriöse Vereinsauftritte ungeeignet
- US-Anbieter: DSGVO-Konformität hängt an fragilen Rechtskonstruktionen (Data Privacy Framework)
- Standardmäßig eingebundene Drittdienste (Fonts, Tracking) sind das bekannte Abmahnthema
- Individuell geht sauberer: EU-Hosting, lokale Schriften, cookielose Statistik
- Nüchtern bleiben: hohes Kontrolldefizit, aber kein Grund zur Panik
Wann ein Baukasten trotzdem völlig reicht
Jetzt der Teil, den ein Anbieter individueller Websites eigentlich nicht schreiben dürfte — aber Ehrlichkeit ist hier Programm: Es gibt Fälle, in denen ein Baukasten die vernünftige Wahl ist. Wenn eure Initiative gerade erst entsteht und ihr noch nicht wisst, ob es euch in einem Jahr noch gibt, wäre eine gebaute Website verfrüht. Wenn ihr eine Seite für ein einmaliges Projekt braucht — ein Jubiläum, eine Kampagne, ein Festival —, ist ein Baukasten schnell aufgesetzt und danach ohne Verlust abgeschaltet.
Auch dauerhaft kann ein Baukasten passen: wenn im Verein jemand ist, der wirklich Freude an der Pflege hat und bleibt; wenn eure Ansprüche klein sind (eine Handvoll Seiten, keine Sonderfunktionen); und wenn ihr die 15 bis 25 € im Monat bewusst als Bequemlichkeits-Miete versteht. Ein gepflegter Jimdo-Auftritt ist allemal besser als eine verwaiste Agentur-Website von 2012.
Wenn ihr den Baukasten-Weg geht, dann richtig: Nehmt von Anfang an einen Bezahltarif mit eigener Domain — und registriert die Domain idealerweise unabhängig vom Baukasten, damit sie euch gehört. Legt den Account auf eine Vereins-E-Mail-Adresse statt auf eine private. Und prüft die Datenschutz-Einstellungen: externe Schriften abschalten, Statistik-Tools nur mit Einwilligung. Damit habt ihr die größten Baukasten-Risiken entschärft.
- Junge Initiative, unklare Zukunft: Baukasten als risikoarmer Start
- Zeitlich begrenzte Projekte: schnell aufgebaut, verlustfrei abgeschaltet
- Dauerhaft okay, wenn: engagierte Pflege-Person, kleine Ansprüche, Miete bewusst einkalkuliert
- Dann aber richtig: Bezahltarif, eigene unabhängig registrierte Domain, Vereins-Account, Datenschutz-Einstellungen prüfen
Wann individuell besser passt — und wie ich den Preis fair halte
Individuell gebaut lohnt sich, sobald die Website länger als zwei, drei Jahre leben soll und mehr können muss als eine digitale Visitenkarte: Termine, die Ehrenamtliche selbst pflegen, eine Mitmachen-Seite, Spendenmöglichkeiten, saubere Auffindbarkeit bei Google. Dann dreht sich die Rechnung — das Abo summiert sich weiter, während die einmalig gebaute Website längst bezahlt ist und euch gehört: Domain, Zugänge, Inhalte, dokumentiert übergeben.
Der übliche Einwand lautet: „Individuell heißt doch Agentur, und Agenturen kosten 3.000 bis 8.000 €.“ Für klassische Agenturen stimmt diese Spanne oft. Mein Weg ist ein anderer, und ich erkläre den Trick offen: Ich baue jede Website individuell, aber auf Basis einer erprobten, wiederverwendbaren Block-Bibliothek — Hero, Termine, Galerie, Spenden, Kontakt und mehr. Die Bausteine sind fertig entwickelt und getestet; individuell sind Auswahl, Gestaltung und Inhalte. So entsteht Agenturqualität ohne Agenturpreis.
Dazu kommt mein Referenzpreis-Modell, ebenfalls offen gesagt: Ich baue gerade mein Portfolio im sozialen Bereich auf — deshalb gibt es die komplette Vereinswebsite derzeit zum Referenzpreis von 750 €. Fest und einmalig, Endpreis (§ 19 UStG, keine Umsatzsteuer), kein Abo, kein Wartungsvertrag. Und anders als beim Baukasten müsst ihr kein fertiges Konzept mitbringen: Eine grobe Idee reicht — Gestaltung, Struktur und Texte übernehme ich. Faire Sache: Ihr bekommt Qualität, ich ein Referenzprojekt. Ob das für euren Verein die bessere Rechnung ist als ein Baukasten, klären wir ehrlich im kostenlosen Erstgespräch — und wenn der Baukasten für euch reicht, sage ich euch auch das.
Häufige Fragen
Was kostet ein Website-Baukasten für einen Verein wirklich?+
Tarife mit eigener Domain und ohne Fremdwerbung liegen je nach Anbieter grob bei 10–40 €/Monat. Entscheidend ist der Zeithorizont: Über zehn Jahre summiert sich das auf etwa 1.200–4.800 €, Preiserhöhungen nicht eingerechnet — plus eure eigene Arbeitszeit für den Aufbau. Eine individuell gebaute Website kostet dagegen einmalig (bei sozialfolio 750 € für das komplette Vereins-Paket) und danach nur noch Hosting ab etwa 10 €/Monat.
Können wir eine Wix- oder Jimdo-Website später zu einem anderen Anbieter umziehen?+
Praktisch nicht. Design, Struktur und Funktionen leben im System des Baukasten-Anbieters; einen vollständigen Export in ein anderes System bieten die großen Baukästen nicht an. Beim Wechsel kopiert ihr Texte und Bilder von Hand heraus und baut die Website neu. Deshalb ist es wichtig, wenigstens die Domain unabhängig vom Baukasten zu registrieren — die könnt ihr dann immer mitnehmen.
Reicht der kostenlose Tarif eines Baukastens für unseren Verein?+
Für einen dauerhaften Vereinsauftritt eher nicht. Im Free-Plan läuft die Website auf einer Subdomain des Anbieters und trägt dessen Werbung — beides wirkt gegenüber Eltern, Förderern und Kommunen wenig seriös, und die Adresse ist schwer zu kommunizieren. Für einen ersten Test oder ein kurzlebiges Projekt kann der Gratis-Tarif genügen; für den echten Auftritt solltet ihr mindestens einen Bezahltarif mit eigener Domain wählen.
Sind Wix, Jimdo & Co. DSGVO-konform?+
Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Einige Anbieter sind US-Unternehmen oder nutzen weltweite Infrastruktur; die DSGVO-Konformität stützt sich dann auf Konstruktionen wie das EU-US Data Privacy Framework, dessen Vorgänger bereits zweimal gerichtlich gekippt wurden. Dazu kommt, dass manche Baukästen standardmäßig externe Schriften oder Tracking laden. Nutzbar ist vieles — aber ihr müsst dem Anbieter vertrauen und die Einstellungen sorgfältig prüfen. Das ist eine Einschätzung aus der Praxis, keine Rechtsberatung.
Wann lohnt sich eine individuell gebaute Vereinswebsite statt eines Baukastens?+
Sobald die Website mehrere Jahre leben soll, ihr Wert auf Eigentum statt Miete legt und sie mehr leisten soll als eine Visitenkarte — etwa Termine zur Selbstpflege, eine Mitmachen-Seite oder saubere lokale Auffindbarkeit. Über die Jahre gerechnet liegt eine einmalig gebaute Website (bei sozialfolio 750 € für das Vereins-Paket) oft gleichauf mit oder unter den Abo-Kosten eines Baukastens — und gehört danach komplett euch, mit Domain, Zugängen und Inhalten.
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Baukasten oder individuell? Frag mich ruhig direkt.
Erzähl mir, was eure Website können soll und wie lange sie leben wird — ich rechne beide Wege ehrlich mit dir durch. Wenn ein Baukasten für euch reicht, sage ich dir das offen. Und wenn individuell besser passt: das Vereins-Paket für 750 € — fest, einmalig, ohne Abo, die Website gehört danach euch.